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Palu



Palu Info

von

Diane Neisius

Die Göttin Palu ist etwas schwer zu fassen, weil es nur sehr wenige Zeugnisse von ihr gibt. Mittelalterliche irische Texte beschreiben eine Göttin Cairbre Cinn-Cait mit Katzenkopf oder ein katzengestaltiges Monster Cath Palug [1]. Funde von Ziegeln mit katzengestaltigen Gottheiten sind aus römischer Zeit im südlichen Wales belegt. In diesem Gebiet hatte vorher der Stamm der Siluren gelebt.
Der Name "Palu" ist vermutlich abgeleitet vom keltischen "palugh", das soviel wie "kratzen, scharren, graben" bedeutet. Leser, die bei einer Hauskatze wohnen, können sich das als passenden Namen für eine Katzengöttin sicher gut vorstellen. :)
In der modernen Zeit erhielt eine der Begründerinnen der Fellowship of Isis, Lady Olivia Robertson, um das Jahr 2000 eine Vision von Palu. Die Göttin machte sich bemerkbar und wollte wieder Aufmerksamkeit und Verehrung, wovon Olivia auf einem der Treffen mit uns berichtete.
Kurze Zeit später fand die Autorin dieses Textes den oben auf dem Foto sichtbaren Stein bei einem Spaziergang im Wald in der Nähe von Remscheid (Bergisches Land). An einem Felsaufschluß waren frische Bruchstücke auf den Weg gefallen, einer davon fiel durch seine Silouette einer sitzenden Katze ins Auge. Zwei Ohren waren angedeutet, und auch der charakteristische runde Po einer Katze, wenn sie sitzt. Die Streifen der geologischen Ablagerungen auf der Vorderseite erinnern dabei natürlich auch an ein gestreiftes Katzenfell.
Mehr noch, ganz uncharakteristisch für einen beliebigen Stein war die Unterseite flach, so dass die Figur, so grob sie auch war, aufrecht stehen konnte. So gibt sie auch einen schönen kleinen Menhir ab.
Alles in allem eine schöne Repräsentation für eine keltische Göttin, und so fand sie den Weg auf den Altar der Autorin, wo sie geweiht und seitdem zu den Jahreskreisfesten angerufen wurde.
Der spirituelle Kontakt zu Palu ist in der Regel sanft, sie kann allerdings durchaus auch die Krallen zeigen, wenn ihr Dinge nicht gefallen.


Literatur

[1] Olding, Frank: The Gods of Gwent: Iron age and Romano-British deities in south-east Wales. Paper, published 2023.


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